Wenn man nicht mehr weiter weiß, schreibt man einfach: »Zum Linksabbiegen Überweg benutzen«.
So geschehen an dem neuen Radweg auf der Königallee stadteinwärts.


Und dahinter nur mit Schrittgeschwindigkeit.
Wer regulär nach rechts abbiegen will, muss an der Ampel gegebenenfalls halten und dann bei Grün auf die Fahrbahn abbiegen. Gleichzeitig mit dem Kfz-Verkehr.
Am Waldring sollen Radfahrer zum Abbiegen nach links gleich zwei Mal über einen Gehweg fahren, der für Radfahrer nicht freigegeben ist.

Auf dem Gehweg ist Rad fahren verboten. Der Gehweg ist eng genug. Die Fußgänger werden dafür dankbar sein.
Die Furt über die Königallee dürfen Radfahrer benutzen. Die Streuscheiben zeigen beide Symbole: Für Fußgänger und Radfahrer. Sonst dürften Radfahrer paradoxerweise bei Rot queren: Reine Fußgängerampeln gelten nicht für Radfahrer.

Ein Radweg der mit dem Rad nicht legal erreichbar ist.
Seit 2010 gibt es dort einen Radfahrstreifen. Aber der beginnt am Gehweg, der nicht befahren werden darf!

Die Stadt Bochum fordert also zum gleich doppelt illegalen Linksabbiegen auf.
Natürlich nur, weil es so doch viel einfacher und sicherer ist.
In Gegenrichtung das gleiche Spiel.
An vielen Stellen Bochums hat man das Linksabbiegen vergessen. Kann ja mal passieren.
Ich finde den ganzen neuen Schutzstreifen auf der Königsalle suboptimal.
Ich muss da ständig mit Kind lang. Bei dichtem KFZ Verhekr, Dunkelheit, Regen und vielleicht noch von den KFZ auf den Schutzstreifen katapultiertem Herbstlaub fühle ich da schlichtweg ANGST.
Lediglich bei Sommerwetter und fühle ich mich auf Schutzstreifen sicher.
Aber ich habe ja bereits mehrfach hier geschrieben, dass ich ein großer Gegner von Schutzstreifen und Befürworter von Hochbordradwegen bin.
Das mit dem Linksabbiegen ist in Bochum der Witz des Jahrhunderts.
Selbst an nigelnagelneuen Kreuzungen wie am Schauspielhaus mit angeblich sehr durchdachter Radwegstrutkur hat man KOMPLETT VERGESSEN, dass Radfahrer LINKS ABBIEGEN könnten.
Und es ist wie immer keinem aufgefallen: Den Radwegplanern nicht, den Ausführern nicht, den Abnehmern nicht.
(Ich glaube, mittlerweile hat man da teilweise irgendwas Beklopptes nachträglich hingefummelt, wie immer.)
Es gibt tatsächlich noch ein paar weitere Stellen in Bochum, wo Linksabbiegen in neuer Radinfrastruktur nicht vorgsehen ist. Mir fällt leider gerade nur eine Stelle ein: Stensstraße Ecke Feuerbachstraße. Sehr viele Radfahrer werden dort zum Geisterfahren gezwungen, weil man Linksabbiegen vergessen hat(wenn man die Stensstraße in Richtung Hattinger fährt und auf die Feuerbachstraße abbiegen will.)
Das Tiefbauamt baut ja viele Radwege, die aber nur teilweise benutzbar sind.
Ich finde, die bräuchten einen externen Ehrenamtlichen (Radwende, ADFC,…), der Pläne für geplante Radinfrastruktur absegnet.
Vielleicht sollte noch darauf hingewiesen werden, dass die gezeigten Hinweise keinerlei rechtliche Bedeutung haben und am besten einfach ignoriert werden?