Drei einfache Fragen – statt guter Vorsätze.

Neu markierter Radweg an der Jahrhunderthalle (2026)

Bild: Neu markierter Radweg an der Jahrhunderthalle (2026).

Drei einfache Fragen sollte man beim Thema Fahrrad 2026 immer im Hinterkopf behalten:

1. Wie viele Autofahrer wurden im letzten Jahr von Radfahrern getötet?
Diese Frage ist immer dann der Maßstab, wenn es Debatten um Sicherheit, Regelverletzungen und die Suche nach Sündenböcken geht. Die Vision Zero muss nicht die Autofahrer vor Radfahrern und Fußgängern schützen, sondern umgekehrt. Der wichtigste Baustein ist die Reduzierung der Geschwindigkeiten: Speed kills.

2. Wie viele Straßen haben durchgehende Radwege?
Diese Frage ist immer dann der Maßstab, wenn es um Fahrradfreundlichkeit, Privilegien, Geld, Macht und Raum auf den Straßen geht. Für Bochum lautet die Antwort: eine.

3. Kann ich einfach geradeaus fahren?
Diese Frage ist immer dann der Maßstab, wenn es um die Qualität von Radwegen geht.
Bochum hält sich nicht einmal an die einfachsten Regeln.

Natürlich ist damit nicht alles gesagt. Aber es hilft beim Einordnen.
Tempo 30 ist immer eine Alternative zu Radwegen: In Tempo-30-Zonen gibt es keine Radwege, auf Fahrradstraßen gilt per se Tempo 30.

Und es reicht nicht, wenn man einfach geradeaus fahren kann. Man muss auch einfach, leicht und sicher nach links abbiegen können. In jede Nebenstraße. Und damit wird es komplex.

Radverkehrsplanung ist hochkomplex. Der Radverkehr muss in ganz unterschiedlichen Straßenräumen funktionieren. Daher gibt es keine Patentlösungen, sondern eine Vielzahl von Möglichkeiten, den Radverkehr zu führen. Das Repertoire reicht von klassischen Radwegen über Radfahrstreifen bis hin zum Mischverkehr. Allerdings hat alles seinen spezifischen Einsatzbereich und entsprechende Voraussetzungen. Bei Knotenpunkten wird es eher noch komplizierter. Auch dass der Radverkehr meistens in bestehende Verkehrsräume eingepasst werden muss, macht es nicht einfacher.1

Peter Gwiasda, leitet den Arbeitskreis „Radverkehr“ der FGSV.
  1. https://www.vhw.de/fortbildung/veranstaltung/radverkehr-aktuell-teil-1-regelwerke-im-radverkehr-am-16-01-2026-in-berlin-wb266080/ ↩︎

2 Kommentare bei „Drei einfache Fragen – statt guter Vorsätze.“

  1. Die Bochum-Karte der 1.426 Verkehrsunfälle mit Radbeteiligung:
    – => 1.419 mit Verletzung
    – => sieben mit Todesfolge

    Der Link zu dieser Karte:
    Siehe Link/Webseite dieses Kommentars

  2. Wenn ich das Titelbild schon sehe….

    So eine bauliche Maßnahme muss doch geplant, gebaut und abgenommen werden.

    Sowas lässt sich doch nur damit erklären, dass keine der beteiligten Personen Ahnung vom Radfahren hat.

    Das Tiefbauamt soll sich einen Ehrenamtler von nem Radfahrverband dazu holen. Soweit ich weiß, macht es NL ähnlich.

    Man könnte sich ja jetzt bei Herrn Ordrowski / Tiefbauamt beschweren.
    Erfahrungsgemäß weiß ich aber, was dann passiert: Es wird eine Verschlimmbesserung erfolgen.

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