Update: 03.02.2026
Bild: Lothringen-Trasse / Castroper Hellweg – Bahntrasse ohne Brücke.

Auf der Lothringen-Trasse fehlt eine Brücke. Bis etwa 1984 war sie noch da.
Die Rede ist nicht von der Brücke über die A43 am Hiltroper Heizkraftwerk.
Gemeint ist die Lücke am Castroper Hellweg.

In der Bildmitte die heute fehlende Brücke.
Es gab nur eine Brücke über den Castroper Hellweg. Das ist die Lothringen-Trasse.
Am nördlichen Ende der Trasse beginnt jetzt die neue Straße »An der Halde«.
Wo es früher eine Brücke über die Kirchharpener Straße gab, ist jetzt ein Kreisverkehr.
Aus Sicht des Radverkehrs eine sehr schlechte Konstruktion.
Im Bereich der Dietrich-Benking-Straße hat die Stadt Bochum begonnen, den alten Trassenverlauf wenigstens teilweise wieder herzustellen, um den Kreisverkehr am Harpener Feld zu umgehen, der ebenfalls eine sehr schlechte Radverkehrsführung aufweist.

Gut zu erkennen: Die Autobahnabkürzung zwischen A43 und A40 mit Fortsetzung zur A448.
Abgerissen wurde die Brücke der Lothringen-Trasse erst beim Bau der Stadtbahn-Strecke nach Gerthe bis 1984. Bis dahin war der Castroper Hellweg eine gemächliche zweistreifige Straße mit einer daneben liegenden Straßenbahntrasse. Die Brücke der Lothringen-Trasse bildete mit einer Durchfahrthöhe von nur 3,50 m ein wirksames Hindernis.
Die Situation vor 1984
Der Castroper Hellweg war eine zweispurige Straße. Die Straßenbahngleise lagen in Richtung Gerthe links neben der Fahrbahn.
Blickrichtung Gerthe mit Holzimprägnierwerk:

Blickrichtung Süden:

Die Geschichte der Straßenbahnlinie am Castroper Hellweg nach Gerthe und Castrop ist mit vielen Fotos hier dokumentiert:
Seit dem Stadtbahnbau wird der Castroper Hellweg zwischen der A 43, A 40 und neuerdings auch A448 gern als innerstädtische Ersatzautobahn missbraucht. Man kann damit den Weg über das Autobahnkreuz Bochum abkürzen und sowohl die A40 als auch die A448 auf kürzestem Weg erreichen.
Der Vorteil für den Autoverkehr ist ein eklatanter Nachteil für den Radverkehr: Es gibt keine Radwege.



Und die Großkreuzung Castroper Hellweg / A40 / Harpener Hellweg / Castroper Straße / Sheffieldring ist für Radfahrer eine Horrorkreuzung.

Der Sheffieldring ist eine Kraftfahrstraße, aber es gibt keine Alternativstrecke für den Radverkehr, obwohl das vorgeschrieben ist.
Voraussetzung für die Anordnung des Zeichens ist, dass für den Verkehr, der Kraftfahrstraßen nicht befahren darf, andere Straßen, deren Benutzung zumutbar ist, zur Verfügung stehen.
Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) zu Zeichen 330.2 und 331.2
Wo ist die direkte Verbindung vom Castroper Hellweg bis zur Wittener Straße für den Radverkehr? Nicht einmal die Harpener Straße kann man mit dem Fahrrad erreichen.
Die Brücke über den Castroper Hellweg fehlt bis heute
Bis heute fehlt die Brücke über die Castroper Straße auf dem Bahntrassenweg. Statt dessen gibt es eine improvisierte Umleitung über den Knotenpunkt mit der Josef-Baumann-Straße.
Auf beiden Seiten des Castroper Hellwegs sind die Gehwege und die Aufleitungen auf die Trasse von ungenügender Qualität.
Immerhin war der alte Bahndamm im Januar 2026 zum ersten Mal (seit 1984?) freigeschnitten. Sollte man das als Zeichen der Hoffnung interpretieren?
Im Verkehrskonzept Bochum Nord heißt es dazu:
Eine Barriere im Sinne einer fehlenden direkten, niveaufreien Kreuzung stellt der Castroper Hellweg dar. An dieser prominenten Stelle im Stadtbezirk wird vorgeschlagen, den Radverkehr mit einer Brücke über den Castroper Hellweg zu führen, die auch dem Fußverkehr dienen sollte.
Verkehrskonzept Bochum Nord (2019) Seite 67.
Mit einer solchen Brücke würde nicht nur die Lothringentrasse für den Radverkehr weiter aufgewertet werden, es würde darüber hinaus ein Eingangstor zum Bochumer Norden entstehen, das als Leuchtturmprojekt großen Nutzen mit einer hohen Identifikation mit dem Stadtbezirk vereint.
Das Verkehrskonzept enthält sogar schon eine Fotomontage der neuen Brücke. Die alte Brücke hatte eine Durchfahrtshöhe von nur 3,50 m. Eine neue Brücke müsste also etwa einen Meter höher liegen.
Über Geschmack kann man streiten. Über die Notwendigkeit der Brücke nicht. Die neue Brücke über die A43 ist ja schon im Bau.
Neue Brücke schon 2027?
Auf Nachfrage hat der Nahmobilitätsbeauftragte der Stadt Bochum dazu mitgeteilt:
Über den Castroper Hellweg soll eine Brücke gebaut werden. Ich gehe davon aus, dass der Freischnitt eine Vorbereitung dafür ist, um Grundlagen für die Planung zu erkunden. Der Bau ist für 2027 vorgesehen, aktuell wird noch geplant.
Noch mehr Probleme
im Verkehrskonzept werden weitere dringende Probleme angesprochen:
Es ist vorgesehen, den Radweg parallel zum Sheffieldring aufzuwerten, wobei eine Grundstücksfläche des angrenzenden Gewerbes (Thyssen) genutzt werden soll. Derzeit laufen bereits Verhandlungen zum Grunderwerb durch die Stadt Bochum.
Verkehrskonzept Bochum Nord (2019) Seite 68.
Wichtig ist im weiteren Verlauf der verkehrssichere Übergang in die Harpener Straße an der Kfz-Ausfahrt vom Sheffieldring. Dazu könnte der Radverkehr unter Beachtung des vorhandenen Fußgängerüberwegs rund 15 m westlich mit einer deutlichen Kennzeichnung auf die Fahrbahn geführt werden.
Im weiteren Verlauf ist im Rahmen des Neubaus der Buselohbrücke bereits Radverkehrsinfrastruktur geschaffen worden, die aufgrund des schmalen Straßenquerschnitts nicht vollständig nach Osten fortgeführt werden kann.
Die Probleme sind seit Jahrzehnten bekannt. Bis heute ist von Lösungen nichts zu sehen.
Stand heute ist der Castroper Hellweg ein Musterbeispiel für das Konzept »Autostadt Bochum«.
in den 1980er Jahren hatte die Stadt Bochum immer noch die Vision auch noch den letzten Radfahrer von den Bochumer Straße zu vergraulen. Es wäre beinahe gelungen.
Über Ludwig Schönefeld (https://gerther-nahverkehr.de/ und https://bochumer-nahverkehr.de/):
https://www1.wdr.de/lokalzeit/unterwegs/bochum-nahverkehr-geschichte-strassenbahnen-historiker-100.html

Schöne alte Bilder. Als geschichtlich interessierter Mensch sehe ich die gerne.
Auf der Lothringtrasse bin ich seit 6 Jahren einmal die Woche nach Castrop-Rauxel unterwegs.
Erst an der OASE vorbei, dann über die Brücke über die A43 am Heitzkraftwerk.
Dann kommt der relativ neue Kreisverkehr an der Dietrich Benking Straße.
Dieser ist wirr. Dort wurden mindestens zwei Radfahrer bereits umgenietet.
Das erste Problem ist, dass man als Radler dort den Kreisverkehr im Uhrzeigersinn nutz: Damit rechnen einige KFZler nicht, so dass mir da immer mal wieder die Vorfahrt genommen wird.
Schlimm wirds direkt danach: Biegt man vom Kreisverkehr in die alte Dietrich-Benking-Straße ab, muss man vom Bürgersteig kommend in einer uneinsichtigen Kurve diagnonal über die Fahrbahn fahren. Damit rechnet kein Auto(Es sieht für einen Autofahrter auch aus, als würde ein Radfahrer die Regeln brechen. Ein Wahrnehmungsfehler: Radfahrer werden oft völlig wirr geleitet, was für den Autofahrer aussieht, als würden Regeln gebrochen).
Kommt einem in der Kurve ein Auto entgegen, während man diagonal die Straße mit dem Rad quert, gibts ein Erschrecken für beide.
Die dann folgende Lothringstraße finde ich grundsätzlich ganz okay.
Klar, die fehlende Brücke und die damit verbundene Bettelampel neben sehr lauten Autos ist unschön.
Mit meinem 6jährigen Kind auf dem eigenen Rad wäre das eine Angst/Paniksituation für mich.
Aber für mich alleine isses ganz ok.
In Gerthe dann, am Ende kommt der Kreisverkehr An der Halde/ Kirchharpenerstraße.
Hier wird einem auch öfters die Vorfahrt genommen und die Spurrillen reichen aus, um einen Schiffahrtskanal zu betreiben.
Dann folgt für mich die Straße „An der Halde“. Den baulich getrennten Radweg finde ich gut. Da fühle ich mich sicher.
An der folgenden Kreuzung An der Halde/Dieselstraße muss man eben mal wider wirr die Fahrbahn queren. Ist auch immer etwas unklar, wer da jetzt wo Vorfahrt hat.
Aus Überlebensgründen abbremsen.
(Das ist das Problem an völlig uneinheitlicher Radinfrastruktur:
Die „Intuition“ greift nicht. Man muss immer kurz überlegen, wer jetzt wie Vorfahrt hat und an manchen Stellen habe ich es bis heute nicht befriffen.
Bei einheitlichen Radwegen können sich KFZ und Radler intuitiv, ohne Überlegen, aufeinander einstellen. )
Das nun folgende neue Stück Bahntrasse finde ich als Alternative zum Bövinghauser Hellweg sehr gut(Der Bövinghauser Hellweg ist der Horror als Radler).
Wünschenswert wären getrennte Bereiche für Spaziergänger und Radler. Man merkt halt schon, dass viele Gassigeher subtil genervt auf Radfahrer reagieren.
Diese Konflikte sind hausgemacht von der Stadt.
Ich könnte auch nie mein Kind auf dem Springorum Radweg spazieren gehen lassen.
Immerhin ist die Opel-Trasse viel breiter, so dass da weniger Konflikte entstehen werden.
Insgesamt scheint es meiner Wahrnehmung nach in Gerthe und Umgebung allerdings sehr wenig Radverkehr zu geben.
Vermutlich auch, weil die Radwege da der Horror sind.
Lange Zeit musste ich von Gerthe/Harpen auch mit dem Rad durch den Ruhr Park nach Ehrenfeld.
Was leider auch sehr ….merkwürdig ist. Man muss am Ruhrpark wirklich verbotene Dinge wie Geisterfahren tun, um da lebendig durchzukommen.
Besonders geil finde ich, was die Polizei mit ihren Radfahr-Infoständen macht: Sie baut sie im Ruhr-Park auf.
Ja wieviele Radfahrer trifft man denn im Ruhr-Park an?!
Da will doch keiner hin radeln, wegen der Gefährlichkeit:
Warum ein solcher Infostand nicht am Springorum-Radweg (o.Ä.) gemacht wird ist völlig unverständlich.
Entweder die haben keine Ahnung, was sie da tun oder sie wollen möglichst wenig Infogespräche führen.
In Anbetracht dessen, dass die Polizei ständig Infrastrukturunfälle als Alleinunfälle aufnimmt, habe ich schonmal den Eindruck: Die haben keine Ahnung.