Fahrrad-Unfälle Bochum 2025

Unfallstelle Hattinger Straße (Oktober 2015)

Bild: Fahrrad-Unfallstelle an der Hattinger Straße / Heinrich-König-Straße (Oktober 2025)

Das Polizeipräsidium Bochum – zuständig für Bochum, Herne und Witten – hat die Verkehrsunfallstatistik1 für das Jahr 2025 vorgestellt.

Die Unfallzahlen schwanken aus verschiedensten Gründen von Jahr zu Jahr, deshalb hat der direkte Vergleich mit dem Vorjahr nicht immer viel Aussagekraft, besonders nicht bei seltenen Unfallereignissen.

Insgesamt verzeichnet das Polizeipräsidium Bochum den zweiten Platz im Landesranking in Bezug auf die Verunglücktenhäufigkeitszahl und gehört somit immer noch zu den Kreispolizeibehörden in NRW, die im Verhältnis zur Einwohnerzahl die wenigsten Verletzten nach Verkehrsunfällen zu verzeichnen haben.

  • Auffällig im direkten Vergleich ist eine Zunahme von 22,16% bei den Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss.
    Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Flucht und Personenschaden stieg um 21,26 %.
  • Die Anzahl der verunglückten E-Scooter-Fahrenden stieg um 35,63 %.
    Gleichzeitig verunglückten 42,25 % mehr Jugendliche (15-17 Jahre).
  • Die Anzahl der verunglückten Fahrrad- und Pedelecfahrenden stieg nur um knapp 3 %. Das heißt aber auch, dass etwa ein Viertel der Gesamtverunglückten (24,19 % ) mit einem Fahrrad unterwegs waren.
  • Es gab nur einen tödlichen Unfall mit einem Radfahrer:
    Ein 55-Jähriger befuhr mit seinem Fahrrad den Radfahrstreifen der Königsallee in Richtung Innenstadt, als er aufgrund eines internistischen Notfalls die Kontrolle über sein Rad verlor, stürzte und sich dabei tödlich verletzte.

Bezogen nur auf die Stadt Bochum ergibt sich folgendes Bild

  • Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss stiegen von um 25,53 %.
    Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Flucht und Personenschaden stieg um 37,11 %.
  • Die Anzahl der verunglückten E-Scooter-Fahrenden stieg um 53,49 %.
    Gleichzeitig verunglückten 60,0 % mehr Jugendliche (15-17 Jahre).
  • Die Anzahl der verunglückten Fahrrad- und Pedelecfahrenden stieg um 7,63 %.
  • 23,50 % der Gesamtverunglückten waren mit einem Fahrrad unterwegs – immer noch weniger als im Gesamtbereich, trotz eines etwas stärkeren Anstiegs.
    Ob und wieviel der Fahrradverkehr insgesamt in Bochum im letzten Jahr zugenommen hat, ist unbekannt. Mehr Radfahrende führen tendenziell auch zu mehr Unfällen – besonders, wenn es sich um ungeübte Radfahrende handelt.
  • Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden war 2025 in Bochum höher als 2024, aber niedriger als 2022 und 2023. Die Zahl der Schwerverletzten war die niedrigste im Fünf-Jahres-Vergleich von 2021-2025.

Unfallhäufungsstellen / Unfallhäufungslinien

Bei den insgesamt 22 Unfallhäufungsstellen / Unfallhäufungslinien in Bochum gibt es eine Auffälligkeit: Bei nicht weniger als 8 der 22 Unfallhäufungsstellen (36 %) handelt es sich Unfälle mit zu Fuß Gehenden und Fahrrad-/Pedelecfahrenden, bei zwei davon auch mit E-Scootern.

Drei Straßen:

  • Castroper Straße,
  • Dorstener Straße,
  • Kosterbrücke

Fünf Kreuzungen:

  • Viktoriastraße / Konrad-Adenauer-Platz
  • Viktoriastraße / Südring
  • Universitätsstraße / Südring / Kurt-Schumacher-Platz
  • Universitätsstraße / Brenscheder Straße / Auf dem Alten Kamp
  • Außerdem der Kreisverkehr Kohlenstraße / Obere Stahlindustrie / A448.
    Bei drei von vier Unfällen waren hier Pedelecfahrende oder E-Scooter-Fahrende beteiligt.

Alles alte Bekannte, teils berüchtigte Fälle, bei denen man sich fragt, warum nicht noch mehr passiert ist. Rote Farbe (Dorstener Straße) ist kein Allheilmittel.

Der Unfallatlas Deutschland zeigt (Stand März 2026) nur die Unfälle bis einschließlich 2024. »Die nächste reguläre Aktualisierung ist somit für Sommer 2026 mit den Unfalldaten von 2025 geplant.«2

Bei Unfällen, die durch ungenügende Verkehrsinfrastruktur verursacht werden, sind »repressive Maßnahmen« der Polizei sinnlos. Da hilft nur mehr Platz für Fußgänger und Radfahrende und vor allem: Sicherheitsabstände.

Wie viele Straßen in Bochum haben durchgehende Radwege?3

Wie viele Straßen in Bochum haben durchgehende Radwege nach dem geltenden Stand der Technik?4

  1. https://bochum.polizei.nrw/sites/default/files/2026-03/BO_Dokument_Verkehrsstatistik_2025.pdf ↩︎
  2. https://unfallatlas.statistikportal.de/ ↩︎
  3. eine (Herner Straße) ↩︎
  4. keine (auch nicht die Herner Straße)  ↩︎

4 Antworten auf „Fahrrad-Unfälle Bochum 2025“

  1. Tim Rollmann sagt:

    Danke für das Feeedback Klaus.

  2. Ich habe bei der Pressestelle der Polizei wegen des Unfalls an der Hattinger Straße angefragt, aber bis jetzt keine Antwort erhalten.

  3. Tim Rollmann sagt:

    Dass Viktoriastraße/Süding ein Unfallschwerpunkt zwischen Rad und Fuß ist, ist nicht verwunderlich.

    Fußgänger werden da gezwungen, von der grünen Fußgängerampel kommend direkt auf den Angebots-Radweg zu laufen.

    Als Radfahrer muss ich da regelmässig auf Null abbremsen.

    Das kurze, relativ neue Radwegstück Viktoriastraße hat soviele Mängel, da könnte man ein Buch drüber schreiben.

    Am Dümmsten finde ich, dass es von „Kerkwege“ keine legale Möglichkeit gibt, stadtauswärts auf die Viktoriastraße zu radeln. Man hat das „links abbiegen“ vergessen.

  4. Tim Rollmann sagt:

    Habe ich gerade ein Brett vorm Kopf?

    Es gab doch 2025 noch den tödlichen Unfall eines Seniors etwa an der Kreuzung Hattingerstr. / Heinrich-König-Str.

    Siehe Titelbild dieses Artikels(Da steht fälschlicherweise Oktorber 2015, soll wohl 2025 heissen).

    Wieso ist der Todesfall nicht in der Polizeistatikstik aufgeführt?

    Sehe ich hier was falsch?

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