Bild: Dorstener Straße / A40, Richtung Herne (Januar 2008): Einfach geradeaus fahren?
Der Weg durch eine Stadtmauer führt durch wenige, enge Tore.
Bochum hatte nie eine Stadtmauer, jetzt hat Bochum zwei davon.
Allerdings nur aus der Sicht des Fahrradverkehrs.
Die erste Stadtmauer: Das Gleisdreieck
Der erste Ring um die Innenstadt hat 16 Tore. Bochum hat viele davon als KunstLichtTore gestaltet. Es gibt keinen Weg in die Innenstadt, der nicht durch eins dieser Tore führt.
Bei jedem einzelnen Tor kann und muss man fragen: Wie breit sind die Radwege?

Die zweite Stadtmauer: Der Autobahnring.
Der Autobahnring ist eng. Er hat einen Radius von nur etwa 3 Kilometern. Nimmt man die Quasi-Autobahn Sheffieldring dazu, wird der Ring noch enger.
Fast alle Bochumer Stadtteile liegen außerhalb des Autobahnrings: Weitmar, Querenburg, Langendreer, Gerthe, Grumme, Hofstede, Riemke und natürlich ganz Wattenscheid.
Das heißt auch: die meisten Wege in Bochum queren mindestens eine Autobahn. Manche sogar zwei, wie die Herner Straße. Und jedes Mal bilden die Autobahnen eine wirksame Barriere. Bis hin zu einem Radfahrverbot.
Jede Radialstraße kreuzt mindestens eine Autobahn
1. Herner Straße: A40 und A43. Schulnote: 4 und 3

Fahrstreifenwechsel erforderlich, um geradeaus zu fahren. Der Radweg beginnt hinter der Kreuzung dann doch wieder ganz rechts und theoretisch wird das Grünsignal per Induktionsschleife angefordert.
Meist parkten dort aber Autos oder die Induktionsschleife funktionierte nicht.
Sie funktioniert bis heute nicht richtig.

2. Castroper Hellweg: A40 und A43. Schulnote: 6 (keine Radwege)


3. Harpener Hellweg: A40. Schulnote: 6

4. Werner Hellweg: A43. Schulnote: 6 (fehlerhafte LSA)

5. Wittener Straße: Sheffieldring und A43. Schulnoten: 5, 6 (Radfahrverbot)

6. Universitätsstraße: A448 und A43. Schulnote: 5 (Radwege) und 6 (keine Radwege)


7. Königsallee: A448. Schulnote: 4 (Induktionsschleifen)

8. Hattinger Straße: A448 (Tunnel) –
Die A448 unterquert die Hattinger Straße in Tunnellage etwa in Höhe Kohlenstraße / Stensstraße. Kein Knotenpunkt – kein Konflikt.
Umso schlimmer dafür der Kreisverkehr an der Kohlenstraße.

9. Alleestraße/Essener Straße: A448 (keine Ausfahrt)
Die A448 unterquert die Essener Straße in Tunnellage. Umso schlimmer dafür der Knotenpunkt Alleestraße / Wattenscheider Straße / Kohlenstraße. Eine Horrorkreuzung für den Radverkehr.
Erst kürzlich nochmals verschlimmert.

10. Wattenscheider Straße: A448 (Dreieck West). Schulnote: 5 (Trennstreifen fehlen, Brücke)

Falsch ausgeschildert. Kein Trennstreifen zur Fahrbahn. Zu eng.
11. Dorstener Straße: A40. Schulnote: 6 (Radwege ungenügend)


Ergänzend:
Wasserstraße / A448: Schulnote: 6

Tsukuba-Ring: A448: Schulnote: 6 (Pseudo-Radwege)

Ich habe diesen Autobahnkreuzungen jeweils eine Schulnote für die Qualität ihrer Radverkehrsführungen gegeben. Die beste Note ist »befriedigend« an der Herner Straße / A43. Die häufigste Note ist »ungenügend«. In einem fahrradfreundlichen Bochum müsste »gut« die Standardnote sein.
Die einzigen Lücken in dieser virtuellen Stadtmauer sind die Bahntrassenwege, die natürlich Brücken oder Unterführungen nutzen, um die Autobahnen konfliktfrei zu queren:
Erzbahntrasse: A40 und A42.
Springorum-Trasse: A 448.
Lothringen-Trasse: A40 und A43.
Rheinischer Esel: A448 und A45.
Opeltrasse: A448 (in Zukunft).