Bild: Landstraße Wattenscheider Hellweg zwischen Sevinghausen und Freisenbruch. Gesehen vom Scheitelpunkt der Kurve. Man beachte den Radfahrer, der gerade reihenweise verkehrsgefährdend überholt wird.
Die Bochumer Terror-Landstraße
Landstraßen sind eins der größten Hindernisse auf dem Weg zur Vision Zero.
Markus Egelhaaf, Unfallforscher bei der Dekra
Eine Studie der Unfallforschung der Versicherer zu schweren Radunfällen auf Landstraßen (2024)1 bestätigt das: In einer durchschnittlichen Woche fordern Unfälle auf deutschen Landstraßen vier tote und achtundfünfzig schwerverletzte Radfahrende. Damit verunglücken hier knapp 30 Prozent mehr Radfahrer als noch vor zehn Jahren.
Natenom2 wurde auf einer Landstraße von einem Autofahrer getötet – trotz aller erdenklichen Sicherheitsausstattung.
Bochum hat als relativ kleinräumige, dicht besiedelte Stadt kaum Landstraßen im klassischen Sinn (wohl aber ein paar Landesstraßen). Der Wattenscheider Hellweg gehört beispielsweise zur L654, die von Essen kommend über Castroper Straße und Castroper Hellweg nach Kamen führt.
Richtung Essen Steele, vom Ortsausgang Sevinghausen bis Essen Freisenbruch ist der Wattenscheider Hellweg eine klassische Landstraße. Der ganze Abschnitt ist kaum einen Kilometer lang, aber er hat es in sich.

Die Straße hat dort nur eine schmale Fahrbahn (7,50 m) mit je einem Fahrstreifen pro Richtung. Es gibt keine Gehwege, keine Radwege und keinen Seitenstreifen. Die Straße ist von Bäumen gesäumt, direkt daneben beginnen die Felder.
Zu der Frage, wie Rad fahrende Kinder diese Straße benutzen können und dürfen, habe ich keine Antwort gefunden.
Am der Stadtgrenze zu Essen wird die Fahrbahn breiter und geht in eine zweistreifige Führung über. Ähnlich ist es auch in Sevinghausen. Aber schon vor dem Ortsausgang Sevinghausen endet der linke Fahrstreifen zugunsten einer Linksabbiegespur.

Der größte Teil der Bochumer Strecke von der Alleestraße bis kurz vor der Berliner Straße hat nur noch einen Fahrstreifen, weil es dort mittlerweile den extrabreiten Radfahrstreifen der Veloroute 11 gibt. Nach der Berliner Straße geht es erst mal zweistreifig weiter.
Auf dem schmalen Abschnitt vom Ortsausgang Sevinghausen bis Essen gilt maximal Tempo 70. Auf halber Strecke hat die Straße einen Knick. Im Scheitelpunkt liegt die Bushaltestelle Vienhovenweg der Linie 363. Werktags fährt alle 30 Minuten ein Bus.
Im Bereich vor und nach der Kurve gibt es eine durchgezogene Linie. Sie beginnt ca. 340 m nach dem Ortsausgang. Ab da gilt also ein Überholverbot. Durchgezogene Linien dürfen nie überfahren werden. Es gibt keine Ausnahmen von der Regel. Die durchgezogene Linie ist etwa 340 m lang. Knapp 300 m dahinter beginnt Essen.
Der anbaufreie Straßenabschnitt liegt außerhalb der geschlossenen Ortschaft, beim Überholen von Radfahrern ist also ein Überholabstand von mindestens 2,00 m zwingend vorgeschrieben.
Gemessen wird dabei der tatsächliche Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen. Also gegebenenfalls von Spiegel zu Spiegel.
Der Verkehrsraum eines Radfahrers ist 1 m breit. Radfahrer dürfen vom Fahrbahnrand einen Sicherheitsabstand einhalten. Der Fahrstreifen ist 3,75 m breit. Selbst wenn ein Radfahrer ganz rechts fährt, bleiben nur 75 Zentimeter frei. Damit wird klar, dass ein Überholen auf demselben Fahrstreifen nicht möglich ist. Bei Gegenverkehr ist Überholen verboten.
Auf diesem Straßenabschnitt sind in beiden Richtungen regelmäßig Radfahrer unterwegs. Es gibt keine Alternative zum Fahren auf der Fahrbahn. Die meisten fahren voll gestresst so eng wie möglich an der Begrenzungslinie rechts entlang. Das ermuntert Autofahrer erst recht zum verbotenen Überholen mit ungenügendem Überholabstand. Angst ist ein schlechter Ratgeber.
Der Selbstversuch zeigt: Es wird auf Teufel komm raus überholt.
Auch und gerade im Bereich der durchgezogenen Linie.

Ich habe keinen Autofahrer erlebt, der es fertig gebracht hätte, einen ganzen Kilometer oder aquch nur 340 Meter hinter einem Radfahrer her zu fahren. Das Ganze dauert etwa 2 1/2 bis 3 Minuten. Autofahrer könnten weniger als eine Minute Zeit sparen, wenn sie bereit sind, das Leben Unbeteiligter mutwillig zu gefährden. So gut wie alle sind dazu bereit.
Der rechnerisch mögliche Zeitgewinn durch verkehrsgefährdendes Überholen:
| km/h | m/sec | Zeitgewinn |
| 20 | 6 | 0 |
| 30 | 8 | 20 |
| 50 | 14 | 37 |
| 70 | 19 | 44 |
Wenn ein Autofahrer mit der maximal erlaubten Geschwindigkeit (70 km/h) fährt, braucht er für die 340 Meter vom Anfang bis zum Ende der durchgezogenen Linie 17 Sekunden. Voraussetzung sind Idealbedingungen: eine menschenleere Straße und schönes Wetter.
Wenn er von Anfang an einen durchschnittlichen Radfahrer vor sich hat, kann er nur 20 km/h fahren und »verliert« höchstens 44 Sekunden. Für ein Menschenleben.
In der Praxis ist der tatsächliche Zeitgewinn deutlich niedriger. Zum Beispiel immer dann, wenn der Radfahrer sich bereits irgendwo im Bereich der durchgezogenen Linie befindet oder der Autofahrer gar nicht mit der Höchstgeschwindigkeit fahren kann.
Verbotenes Überholen mit Hupen und Abdrängen
Manche versuchen, ihren vermeintlichen Anspruch auf die Straße zusätzlich zum verbotenen Überholen mit besonders aggressivem Fahren unterstützt durch Hupen und Abdrängen gegenüber den Schwächeren durchzusetzen.

Eine Fahrt im Video (2:40 min). Mit Bus, Radfahrern und aggressivem Autofahrer.
Was kann die Stadt Bochum sofort tun?
Platz für beidseitige Geh- und Radwege ist nicht vorhanden. Man müsste die Wege schon auf dem Acker anlegen. Das kann Jahrzehnte dauern.
P.S.: Die Gesamtstrecke vom Bochumer Westring über Alleestraße, Essener Straße und Wattenscheider Hellweg bis zur Stadtgrenze Essen war schon im »Pilotprojekt Radwege- und Beschilderungsplan Bochum« von 1988 aus gutem Grund als »Hauptverbindung des Alltagsverkehrs« eingetragen. Die Wartezeit für diese wichtige Radverkehrsroute beträgt also schon 38 Jahre. Ein Teilstück dieser Strecke wurde als Veloroute 11 aus dem Radverkehrskonzept von 2023 realisiert. Eine weitere Planung dazu existiert nicht.
Aber: Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, um Radverkehr dort sicherer zu machen.
»Sharrows« – Hier dürfen, können und sollen Fahrräder fahren
»Sharrows« sind Markierungen auf der Fahrbahn, die deutlich machen, dass Radfahrer hier auf der Fahrbahn fahren dürfen und auch sollen. Sie haben keine rechtliche Bedeutung, sondern sind ein Mittel der Kommunikation. In Deutschland sind sie nicht üblich, aber erlaubt. In den USA, aber auch im europäischen Ausland werden sie häufig verwendet.


Das kann Bochum sofort tun:
- die fast unsichtbaren Straßenmarkierungen erneuern.
- die einfache durchgezogene Linie durch eine doppelte Linie ersetzen.
Eine doppelte gestrichelte Linie kündigt eine durchgezogene Linie an. - kontrollieren.
- auf allen Straßenabschnitten, die keine Radwege haben, Piktogrammketten oder »Sharrows« markieren und damit klar machen, dass jederzeit mit Radverkehr auf der Fahrbahn zu rechnen ist.3
- das Überholen von Radfahrern explizit verbieten: Verkehrszeichen 277.1.
München zum Beispiel hat das neulich erst gemacht, andere Städte schon viel früher.

Zeichen_277.1. Verbot des Überholens von einspurigen Fahrzeugen für mehrspurige Kraftfahrzeuge und Krafträder mit Beiwagen (StVO 2020)
„Irrtum ausgeschlossen“: München erlässt erstmals Überholverbot zum Schutz für Radfahrer.
Die Stadt hat ein Überholverbot zum Schutz für Radfahrer erlassen, weil der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Eine durchgezogene Mittellinie, eine Sperrfläche und Tempo 30 sollten kritische Überholmanöver verhindern. Dennoch kam es dort immer wieder zu illegalen Überholmanövern. Die neuen Schilder verdeutlichen noch einmal das bestehende Überholverbot und nehmen Autofahrern die Einschätzung des einzuhaltenden Mindestüberholabstands ab – Irrtum ausgeschlossen.4
Das Überholverbot ist sehr einfach zu kontrollieren. Hamm hat das schon 2022 am Nordenstiftsweg vorgemacht:
336 Mal wurden Autofahrer dabei erwischt, dass sie Radfahrer überholten, obwohl das dort verboten ist.5
Die Politik in Hamm hatte nach einer langen Diskussion Mitte 2020 die Aufstellung der Verkehrsschilder veranlasst. Der Nordenstiftsweg ist unter den Brücken sehr schmal, die Gehwege (ebenfalls schmal) lassen keine Nutzung von Radfahren und Fußgängern zu, die Straße ist dort kurvig und unübersichtlich. Und die vorgeschriebenen 1,5 Meter beim Überholen von Radfahrern verursachen zusätzlich immer wieder brenzlige Situationen mit dem Gegenverkehr.5
Aber auf der Landstraße zwischen Bochum und Essen wird wohl überhaupt nicht kontrolliert.
Die Polizei war jedenfalls auch bei ihrer letzten Sicherheitsaktion nicht vor Ort. Sie kontrolliert lieber die Radfahrer auf der Viktoriastraße:
Unter dem Titel „Mit Rad und Tat für Sicherheit“ fand am Donnerstag, 9. April 2026, ein Schwerpunkteinsatz zum Start in die Fahrradsaison statt. Ein Team aus Polizei und Verkehrsüberwachung der Stadt Bochum war von 7 bis 15 Uhr im Bereich der Bochumer Innenstadt unterwegs. Insgesamt wurden 37 E-Scooter, 52 Fahrräder, 46 Pedelecs und 18 Pkw kontrolliert. 51 Verwarngelder wurden erhoben, unter anderem wegen des Fahrens auf Gehwegen.7
Kontrolliert wurden 18 Pkw, aber 135 Fahrräder und E-Scooter. Die Gefahr geht ja nicht vom motorisierten Verkehr aus …
Das Überfahren einer durchgezogenen Linie kostet 150 € Bußgeld und bringt einen Punkt in Flensburg.
Ich bin die Strecke mehrfach abgefahren und habe die verbotenen Überholvorgänge gezählt:
Bei insgesamt 10 Minuten Fahrtzeit wurde ich 43 mal im Bereich der durchgezogenen Linie überholt.
Das macht 6.450 € entgangene Bußgelder in 10 Minuten.
Am 4.5.2026 berichtete die Ostthüringer Zeitung über den Prozess gegen einen Autofahrer, der auf der Landesstraße L1107 einen Radfahrer getötet hatte:
Sind Radfahrer auf Landstraßen das Freiwild der Motorisierten?8
»In einer Verhandlung am Amtsgericht Pößneck wird die Rücksichtslosigkeit von Kraftfahrern gegenüber Radlern angesprochen. Es wirkt wie eine Erklärung für die erneut gestiegene Zahl der im Straßenverkehr getöteten Radfahrer.«
- https://www.udv.de/udv/presse/udv-studie-mehr-schwere-fahrradunfaelle-auf-landstrassen-sichere-radwege-fehlen-179804 ↩︎
- https://de.wikipedia.org/wiki/Natenom ↩︎
- https://de.wikipedia.org/wiki/Anteilig_genutzter_Fahrstreifen ↩︎
- https://www.tz.de/muenchen/stadt/au-haidhausen-ort43334/fuer-radfahrer-an-stadt-erlaesst-erstmals-ueberholverbot-zum-schutz-94244209.html ↩︎
- https://www.wa.de/hamm/hamm-bockum-hoevel-radfahrer-ueberholen-am-nordenstiftsweg-wird-teuer-92165877.html ↩︎
- https://www.wa.de/hamm/hamm-bockum-hoevel-radfahrer-ueberholen-am-nordenstiftsweg-wird-teuer-92165877.html ↩︎
- https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/11530/6252925 ↩︎
- https://www.otz.de/lokales/saale-orla-kreis/article411885822/nach-einem-prozess-im-saale-orla-kreis-bleibt-diese-frage-sind-radfahrer-auf-landstrassen-das-freiwild-der-motorisierten.html ↩︎
Ich muss die Strecke leider relativ regelmäßig fahren und habe noch nie erlebt, dass ein einziges Auto die durchgezogene Linie respektiert hat. Sehr viele überholen wie schon beschrieben trotz auch Gegenverkehr, auch LKWs. Das ist teilweise so schlimm dass die entgegen kommen Fahrzeuge schon hupen.
Ich möchte außerdem noch hinzufügen, dass man als Radfahrer diese Strecke wirklich schlecht umfahren kann. Zum pendeln umfahre ich das immer über den Schultenweg, aber das bedeutet für mich ganze 2km Umweg. Die Alternative nördlich über ‚In den Höfen‘ kann man kaum befahrbar nennen, da die Strecke teils eher einem Trampelpfad gleicht.
@Schabernack den YT Kanal kenne ich auch.
Stimme komplett zu: Baulich getrennte Radwege.
Schutzstreifen sind für Kinder unbenutzbar.
Ein tolles, ganz frisches Video, passend zu meinem Kommentar: https://youtu.be/RHKoaADy4k8
Die Analyse ist absolut richtig, aber die daraus gezogenen Schlüsse absolut falsch. Ein wenig Farbe und ein paar Schilder werden an der Situation nichts ändern. Das machen wir doch seit Jahrzehnten und haben deswegen nach wie vor keine vernünftige Radinfrastruktur in Deutschland. Es braucht grundlegende Änderungen, Radverkehr muss systemisch und gleichberechtigt mitgeplant werden und an Stellen, an denen das nicht der Fall ist, konsequent ausgebaut werden. Sicher – insbesondere für Kinder – klappt das nur mit baulicher Trennung. Ein 10 Jähriger fährt nicht selbstbewusst auf der Straße, nur weil da ein bisschen rote Farbe ist, sondern gar nicht.
„Platz für beidseitige Geh- und Radwege ist nicht vorhanden. Man müsste die Wege schon auf dem Acker anlegen. Das kann Jahrzehnte dauern.“
Genau das ist die falsche Denkweise. Ich sehe massig Platz, wenn man sagt, dass Radverkehr als Teil der Verkehrswende so relevant ist, dass vielleicht auch mal ein zwei Meter breiter Streifen Rapsfeld „geopfert“ werden muss. Das klappt bei unseren westlichen Nachbarn ja auch an JEDER Landstraße.
Danke für den Artikel.
Spricht mir wie so oft aus dem Herzen.
Auch ich bin da schon öfters nach Essen langgeradelt: Und radle mittlerweile nur noch den Umweg durchs Ruhrtal.
Man kann nur wiederholen, was im Artikel steht:
Diese zwanghaften Überholmannöver bringen für den PKW Fahrer überhaupt keinen nennswerten Zeitgewinn.
Kontrolliert werden die engen Überholmannöver in Bochum gar nicht.
Die Polizei schreibt ja sowieso auf ihrer Webseite sinngemäß: „Radfahrer sollen einfach lernen, sich nach den Autos zu richten.“
Ich habe dann mal mit einer im Bekanntenkreis vorhandenen Richterin des Amtsgerichts Bochum gesprochen und gaaaaanz vorsichtig darüber gesprochen, dass man als Radfahrer überall gefährdet und verängstigt wird.
Reaktion: „Radfahrer sollen gefälligst Ärger aus dem Weg gehen.“
Joa, ich glaube das tun auch fast alle Radfahrer. Das Resultat: So ziemlich jede Hauptstraße ist für Radfahrer unbefahrbar.
Vor lauter Angst nehmen viele dennoch das Auto.
Ich bin übrigens mit meinem Grundschulkind gestern zum ersten Mal unter der Woche die Viktoriastraße langgeradelt.
Das Kind auf eigenem Fahrrad.
Ich war gestresst bis zum Anschlag, da die Kreuzungen Hochbordradweg/Seitenstraßen wie Kerkwege, Bermuda-Parkhaus, Süding etc. so katastrophal für Kinder sind, dass ich mein Kind da nicht nochmal Fahrrad fahren lasse.
An der Einmündung LIDL hat ein wartender KFZ Fahrer immer mit der Kupplung gespielt und ist aus 150cm Entfernung immer wieder auf mein Kind zugefahren.
Als ich ihn drauf angesprochen habe, schrie er mich an. Habe ich dann nicht mehr genantwortet, hätte nur zu Streig geführt.
Im Gegenteil: Ab einem bestimmten Zeitpunkt habe ich dann gesagt: Wir schieben jetzt.
Und jetzt lasse ich ihn nie wieder in der Innenstadt radeln.
Punkt.
Mein Kind achtet HERVORRAGEND auf die Regeln, aber der viele, aggressive KFZ Verkehr ist eine Zumutung.
Hinsichtlich Kindern betreibt die Polizei tatsächlich auf ihrem Presseportal die selbe Täter-Opfer, wie beim Radfahren: Kinder müssen einfach lernen, sich nach dem KFZ Verkehr zu richten.
Das funktioniert weder beim Radverkehr, noch bei Kindern.
Ich erlebe übrigens genau das gerade auf den Ehrenfelder Schulwegen: Eltern haben Angst vor dem vielen KFZ Verkehr und bringen aus Angst ihre Kinder selbst mit dem KFZ zur Schule.
Es sind nicht nur die Verkehrsplaner, die an der Situation in Bochum Schuld sind.
Es ist auch eine Polizei, die nichts tut.
Und ein Ordnungsamt.
Und die Staatsanwaltschaften und Richter.
Alles wird irgendwie pro-Auto und contra-Kinder/ contra-Rad ausgelegt.
Das ist auch nicht meine persönliche Theorie, es gibt entsprechende Untersuchungen zum Wording in Pressemeldungen.
Stichwort „Natenom“.
Ich persönlich zeige nur noch Radwegparker mit weg.li an.
Gefährliche Überolabstände oder Bedrängeln oder Ähnliches würde ich nicht mehr anzeigen.
Das habe ich dreimal getan: Ich fühlte mich nur in einem Fall von der Justiz ernst genommen.
In den anderen beiden Fällen versuchte man, mir irgendwie eine Mitschuld zu unterstellen.
Auf den Ärger habe ich keine Lust mehr.
Ich tendiere mehr und mehr dazu, mir doch für den Bochumer Stadtverkehr ein kleines Auto zuzulegen, weil ich keinen Bock mehr auf die ganzen Gefährdungen habe.
Wobei das Autofahren ja auch eine Katastrophe ist, weil die ganzen anderen Autos stören.
Die einzige Lösung wäre eine wirkliche Verkehrswende, aber dafür erscheinen mir die Stadt noch nicht bereit.
Vielleicht muss es erst noch schlimmer werden, wie in Paris.