Bild: Veloroute #1, Abzweig von der Neidenburger Straße in die Grünanlage.
Veloroute #1 bleibt Pseudo-Veloroute
Die Veloroute #1 des Tiefbauamts existiert so gar nicht im Radverkehrskonzept. In Wahrheit handelt es sich um eine aufpolierte Strecke aus dem Pilotprojekt von 1988, die die Stadt Bochum 35 Jahre lang links liegen ließ. Und jetzt ist diese Vorzeigeveolroute der Beweis für das Scheitern des Radverkehrskonzepts von 2023 – genau wie die Velorouten #2, #3 und #4.
Wesentliche Kriterien werden auch nach dem 600.000-Euro-Ausbau nicht eingehalten
Die Verwaltung hat jetzt eine Planung für den Verbindungsweg durch die Grünanlage zwischen der Moritzstraße und der Neidenburger Straße vorgelegt. Der Abschnitt zwischen der Kleingartenanlage Osterbecke und der Bezirkssportanlage Feenstraße soll asphaltiert, verbreitert und beleuchtet werden. Zukünftig soll er größtenteils über eine Breite von vier Metern verfügen, aber nach wie gibt es keine Trennung von Fußgänger- und Radverkehr. Damit fehlt ein wesentliches Merkmal von Velorouten laut Radverkehrskonzept. Zudem sind »punktuelle Engstellen« möglich.
Die Knackpunkte: Anfang und Ende
Die Engstellen liegen dann auch genau da, wo Breite am wichtigsten ist: Am Anfang und Ende des Bauabschnitts.


In der Moritzstraße parken dann die Autos auf Fahrbahn und Gehweg.
Vor und hinter diesem neu geplanten Abschnitt gibt es keine Veloroute. Fortsetzung folgt?
Die Veloroute #1 stand von Anfang an in der Kritik. Die Strecke weist zahlreiche Lücken auf, ist teilweise eng, unübersichtlich und steil. Gemeinsame Geh- und Radwege sind häufig. Die Kriterien des Radverkehrskonzepts werden nicht eingehalten.
Nicht einmal die aufwendig umgebaute Fahrradstraße Wielandstraße ist wirklich fahrradfreundlich: Die eingebauten Schwellen behindern den Radverkehr mehr als den Autoverkehr.
Die geplanten Gesamtkosten liegen bei 617.600 Euro. Die Durchführung erfolgt voraussichtlich für 13 Wochen ab Ende 2026.
Der Bezirk steht auf der Bremse
Wie und wann es in Riemke und bis Herne weitergehen soll, bleibt unklar: Das Parken auf der Fahrbahn hat für die Bezirksvertretung unbedingten Vorrang. Und die Entscheidungsbefugnis liegt beim Bezirk, nicht beim Rat.
Die Politik, allen voran die Koalition aus SPD und Grünen in der Bezirksvertretung Bochum-Mitte, hat ihr Veto eingelegt und der Stadt einen langen Katalog mit Änderungswünschen mitgegeben.
WAZ (plus) 08.03.20241
Nach der (für die SPD) verlorenen Kommunalwahl wurde dieser Konstruktionsfehler des Radverkehrskonzepts nicht wie geplant beseitigt.
https://bochum.ratsinfomanagement.net/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZRvwHMiHxzCEdfhypRF7-mA (Vorgang 20261504)
https://www.waz.de/lokales/bochum/article412353956/komfortabel-fuer-radfahrer-bochum-baut-weiteres-teilstueck-der-veloroute-1.html (WAZ plus)