Überall in Bochum wird mehr mit dem Rad gefahren als in Langendreer. Im Bezirk Ost ist der Radverkehrsanteil nicht einmal halb so hoch wie im Bezirk Mitte. Selbst in Wattenscheid fahren mehr Menschen mit dem Rad.
Nur im Bezirk Mitte überspringt der Radverkehrsanteil in Bochum die 10 % Marke: 10,8 % Radverkehr. Der Bezirk Ost hat den niedrigsten Radverkehrsanteil: 4,8 %. Überall in Bochum wird mehr Rad gefahren als in Langendreer.
Radverkehrsanteile der Bochumer Bezirke 2023:
Mitte 10,8%, Süd 8,1%, WAT 7,1%, Nord 6,8%, Südwest 5,8%, Ost 4,8%.1
Ein Blick auf den Stadtplan verrät einiges. Ein Blick auf die Straßen noch mehr.

Langendreer ist isoliert und abgeschnitten.
Von Bochum aus gesehen, liegt Langendreer hinter der A43. Von Witten aus gesehen, trennt die A448. Im Norden trennen die S-Bahn und die A40. Im Osten trennt ein breiter Grüngürtel und die A45.
Langendreer hat in keiner Richtung eine gute Radverkehrsanbindung.
Wie kommt man nach Bochum?
Wie kommt man nach Witten?
Wie kommt man nach Dortmund?
Wie kommt man nach Castrop?
Der Straßenzug Unterstraße/Wittener Straße ist für den Radverkehr eine Katastrophe. Und das soll so bleiben. Trotz »Wittener Straße als Stadtstraße«.
Die Nord-Süd-Achse über Provinzialstraße/Hauptstraße ist trotz millionenteurem Straßenbahnausbau nach wie vor fahrradfeindlich. Vom Nadelöhr S-Bahn-Unterführung bis zur Stadtgrenze Witten gibt es so gut wie keine Radwege.
Richtung Osten gibt es überhaupt keine Radachse. Der Rheinische Esel und das Dünnebecke-Tal sind Grenzlinien.
Komoot empfiehlt das Landschaftsschutzgebiet als »landschaftliche Perle im Dreieck Dortmund – Bochum -Witten« für Wanderungen. Da kann man nur auf den RS1 hoffen, der irgendwo weit im Norden durch Langendreer führen wird.
Weder die RUB (und die Hochschule Bochum), noch die TU Dortmund sind von Langendreer aus mit dem Rad erreichbar – außer für die ganz Hartgesottenen.
Teststrecke: Baroper Straße und Universitätsstraße
Wer es probieren will: Der Weg führt über die Universitätsstraße und die Baroper Straße. Der Knotenpunkt A43/Universitätsstraße zählt zu den übelsten Kreuzungen in Bochum. Es gibt weder Gehwege noch Radwege. Die Bezirksvertretung Süd wartet seit 1992 auf die Radwege Richtung Langendreer. Sind ja erst vierunddreißig Jahre.

Bereits vor 27 Jahren waren Wittener Straße, Universitätsstraße, Hauptstraße und Baroper Straße keine Hauptrouten des Alltagsverkehrs – oder gar nicht erst Teil des Radverkehrsnetzes.
Wittener Straße und Unterstraße/Oberstraße waren 1999 immerhin zwischen Alte Wittener Straße und Stadtgrenze Dortmund als Hauptachse des Alltagsverkehrs geplant. Heute will Bochum selbst davon nichts mehr wissen. Der Streit um die Radwegplanung im Bereich Ümminger See zeigt das deutlich.
Bis die Wittener Straße durchgehende Radwege hat, vergehen wahrscheinlich noch 100 Jahre Einsamkeit. Die versprochene Hauptachse über den Werner Hellweg existiert bis heute auch nicht.
Schöne Aussichten – wenigstens im Landschaftsschutzgebiet Dünnebecke.
- Mitteilung der Verwaltung Nr.: 20250118 vom 20.01.2025 ↩︎