Bild: Die renovierte Brücke der Wasserstraße über die Gräbenwiese unmittelbar vor der Öffnung (11.09.2026)
Die Brücke der Wasserstraße über die Gräbenwiese stammt aus den 1980er Jahren. Sie stellt also schon seit etwa 40 Jahren ein gefährliches Nadelöhr für den Radverkehr dar. Radwege hat es auf der Brücke und weiter bis zur Stensstraße noch nie gegeben.

Das Brückenbauwerk wurde ursprünglich als reine Straßenbrücke mit einem Schrammbord von 7,50 cm und einer Stahlleitplanke auf den Kappen konzipiert. Eine Gehwegnutzung der Kappen war demnach ursprünglich nicht vorgesehen.
Mitteilung der Verwaltung Nr.: 20260268
Die Stahlleitplanken wurden später entfernt, um mindestens einseitig einen Gehweg herzustellen.
In der Mitteilung der Verwaltung wird der Gehweg genau ein Mal als »Geh- und Radweg« bezeichnet. Einen gemeinsamen oder getrennten Geh- und Radweg hat es dort aber noch nie gegeben – auf keiner der beiden Seiten.


Ziel der Maßnahmen sollte die Anpassung an die geltenden Regeln und die Herstellung von beidseitigen Gehwegen sein.

Zusätzlich werden die Gehwegbereiche an die neue Konstruktion angepasst. Die nördlichen, bisher unbefestigten Straßenbereiche vor und hinter dem Brückenbauwerk erhalten einen durchgehenden Gehweg.
Mitteilung der Verwaltung Nr.: 20260268

Wie man auf dem Kartenausschnitt erkennen kann, bleibt unklar, was mit »nördlich« gemeint ist.

In der Pressemeldung der Stadt Bochum zum Beginn der Arbeiten ist von Radverkehr überhaupt nicht die Rede. Es heißt nur: »So werden die Gehwege der Brücke erhöht, um die Sicherheit für den Fußverkehr zu erhöhen.« (31. März 2026)
Die WAZ dagegen behauptet: »Die Brücke zwischen Stensstraße und Springorumallee/A448-Zubringer musste modernisiert werden – vor allem für Radfahrer und Fußgänger.« (31.08.2026). Und weiter:
Die Brücke Wasserstraße in Bochum zwischen Stensstraße und Springorumallee/A448-Zubringer hat neue Bürgersteige für Radfahrer und Fußgänger sowie höhere Geländer bekommen.
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: »Bürgersteige für Radfahrer und Fußgänger«! Und das im Jahr 2026.
Fahrräder sind Fahrzeuge und müssen die Fahrbahn benutzen. Das galt schon, bevor das Auto erfunden war.
Die »Bürgersteige« sind durch die Renovierung keinen Zentimeter breiter geworden. Zur Radfahren eignen sie sich nicht. Allenfalls die Beschilderung »Gehweg, Radverkehr frei« wäre vertretbar. Dann dürfte man dort mit dem Rad fahren – in Schrittgeschwindigkeit (5-7 km/h). Und nur bis zum Ende des Gehwegs.
Die Lösung wäre ganz einfach:

Natürlich kombiniert mit Tempo 30 zwischen A448 und Stensstraße. Aber das darf nicht sein, in der Autostadt Bochum.
Stattdessen wird Tempo 30 aufgehoben, sobald die Brücke wieder geöffnet wird. Der maximale rechnerische Zeitverlust: 7 Sekunden.
Eine durchgezogene weiße Linie in der Mitte hatte die Brücke immer schon. Wenn es darum ging, einen Radfahrer zu überholen, wurde sie noch nie beachtet.
Die Wasserstraße ist und bleibt eine gefährliche, fahrradfeindliche Straße.

Siebenundzwanzig Jahre später ist davon in der Realität nichts zu sehen.
Die Bochumer Autoparteien, allen voran SPD und CDU haben offensichtlich nicht die Absicht, daran etwas zu ändern.
1. Mitteilung der Verwaltung Nr.: 20260268 vom 28.01.2026
https://bochum.ratsinfomanagement.net/vorgang/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZdBCanBUcM-7s9NWpFK0m3s
@Herb Ich nehme in der Tat täglich den Umweg durchs Wiesental. Dort reagieren dann Fußgänger immer wieder genervt auf mich.
Verständlicherweise, gemeinsamer Fuß-und-Radverkehr nervt eben auch.
Umfahre ich seit Jahren.
Den aufgepinselten Todesstreifen an der dortigen Autobahnabfahrt ebenfalls.
Unbenutzbar, besonders für Kinder.
Besonders zur Rushhour ist die Örtlichkeit der reine Autoirrsinn. Dort staut sich der Verkehr vor und auf der einspurigen Brücke. Mit dem Fahrrad auf dem schmalen Gehweg zu fahren, wäre eine Zumutung für die Fußgänger. Da kann man sich als Radfahrer nur geschlagen geben und über den Umweg durch das Wiesental Weitmar erreichen. Das ist halt in der Autostadt Bochum brutale Realität.