Macht Radfahren in Bochum glücklich?

ADFC Fahrradtaschen mit Motto.

Bild: ADFC Fahrradtaschen mit Motto (ADFC, 2026) im ADFC-Merchandise-Shop für Mitglieder.

Der ADFC Bochum veranstaltet am 3. Oktober eine Raddemo mit dem Motto »Weil Radfahren glücklich macht«. Sie startet um 14 Uhr am Bochumer Rathaus, endet gegen 16 Uhr an der KoFabrik und führt innenstadtnah über ungefähr 9 km.

Hintergrund ist eine Mitgliederwerbeaktion des ADFC:

Egal, ob der tägliche Radweg – etwa auf ruhigen Nebenstraßen oder im Grünen – beruhigend gestaltet wird, oder ob er zur körperlichen Herausforderung dient, mit der Stress abgebaut wird und der sportliche Erfolg das Selbstbewusstsein stärkt – regelmäßiges Radfahren ist in beiden Fällen Balsam für die Seele. Denn: Bei Ausdaueraktivitäten wie Radfahren werden nach 30 bis 40 Minuten die Glückshormone Endorphin und Adrenalin ausgeschüttet. Es heißt also zu Recht, Radfahren macht glücklich.

https://www.adfc.de/artikel/radfahren-macht-gesund-und-gluecklich

Parallel läuft der Fahrradklima-Test 2026. Bochum kam beim letzten Test 2024 auf eine Gesamtnote von 4,1 und war damit schlechter als der Gesamtdurchschnitt von 3,92. Denselben Notendurchschnitt hatte Bochum schon 2016 und 2018 erreicht.
Das Fazit des ADFC: »Das Fahrradklima bleibt insgesamt unbefriedigend.«

Der ADFC Bochum kam zu dem Schluss: »Bochum hat kein Radwegenetz, sondern einen Flickenteppich.«.

Auch 2026 hat Bochum nur eine einzige Straße mit durchgehenden Radwegen – und selbst die sind mangelhaft.
Beim Radschnellweg RS1 und den groß angekündigten Velorouten sieht es nicht viel besser aus. Vom 2023 beschlossenen Bochum Radverkehrskonzept ist nicht viel übrig geblieben.

NRW hat gerade ein landesweites Radvorrangnetz beschlossen. 1.000 Kilometer neue Radwege sollen entstehen:

Damit das Fahrrad auch weiterhin eine wichtige Rolle und attraktive Alternative für Freizeitfahrende und Berufspendelnde im Alltag und in der täglichen Nutzung einnimmt, braucht es eine adäquate und lückenlose Radinfrastruktur.

https://www.umwelt.nrw.de/themen/verkehr/nahmobilitaet/radverkehr/radinfrastruktur

Aber für die Radwege in Bochum ist die Stadt Bochum zuständig.

2025 starben in Deutschland 462 Radfahrerinnen und Radfahrer bei Unfällen. Davon nutzten 217 ein Pedelec (E-Bike).
Bei etwa zwei Dritteln (66,5 %) der Unfälle mit Personenschaden war ein weiteres Fahrzeug beteiligt, meistens ein Auto (69,8 % der Fälle mit Gegner). 61,5 % der getöteten Radfahrenden waren 65 Jahre oder älter. Damit war etwa jede sechste im Straßenverkehr getötete Person mit dem Fahrrad unterwegs. Tendenz steigend.1
Insgesamt ist die Zahl der Verkehrstoten dagegen seit Jahren stark rückläufig, ebenso die Zahl der Schwerverletzten.2

Mark Twain meinte um 1880 nach seinen ersten Erfahrungen mit einem Hochrad:
»Get a bicycle. You will not regret it, if you live.«3
Übersetzt etwa: »Besorg dir ein Fahrrad. Du wirst du es nicht bereuen – wenn du es überlebst.“

Jan Böhmermann sagte 2023 über Bochum als Tour-Station Nummer 12, Bochum sei »die bisher beschissenste Stadt für Fahrrad- und Scooter-Fahrer.«4 

  1. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_N025_461.html ↩︎
  2. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Verkehrsunfaelle/_inhalt.html ↩︎
  3. https://americanliterature.com/author/mark-twain/essay/taming-the-bicycle ↩︎
  4. https://www.waz.de/staedte/bochum/article237407189/Bochum-Riesen-Ueberraschung-beim-Boehmermann-Konzert.html ↩︎

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